Der Freizeitpark, der nachts erwachte

Als Mia die goldene Eintrittskarte fand, dachte sie zuerst, sie sei Teil eines Gewinnspiels. Sie lag auf der Fußmatte vor ihrer Haustür. Das Papier war dick und glänzte im Morgenlicht. Darauf stand in geschwungenen Buchstaben:

"NACHT DER LACHENDEN MASKEN

Nur heute. Mitternacht. Eintritt für vier"

Darunter waren vier Namen aufgedruckt: "Mia, Ben, Leni und Tom"

„Das ist unheimlich“, sagte Leni, als Mia die Karte in der Pause herumzeigte.

„Unheimlich? Das ist genial!“ Ben grinste. „Der Park ist seit zehn Jahren geschlossen. Stellt euch vor, wie cool das wird!“

Der Freizeitpark Schattenland lag am Rand der Stadt. Früher hatte er zu den beliebtesten Parks der Region gehört. Dann war eines Nachts die große Achterbahn stehen geblieben. Vier Menschen waren verschwunden. Niemand hatte sie je gefunden. Kurz danach wurde der Park geschlossen.

Tom schüttelte den Kopf. „Wir sollten nicht hingehen.“

„Du musst ja nicht“, sagte Ben. „Aber wir anderen werden Spaß haben.“

Um kurz vor Mitternacht kletterten sie über den rostigen Zaun. Zwischen den Bäumen ragten die stillen Fahrgeschäfte in den Himmel. Das Riesenrad knarrte im Wind, obwohl sich kein einziges Rad drehte. Die Achterbahn verlief wie ein schwarzes Gerippe durch den Nebel. 

Am Eingang hing ein Schild:

**WILLKOMMEN ZURÜCK.**

„Hat jemand das aufgehängt?“, fragte Leni.

Niemand antwortete. Plötzlich flackerten die alten Lampen auf. Eine nach der anderen. Rote, gelbe und blaue Lichter erhellten den Weg. Aus den Lautsprechern ertönte eine fröhliche Melodie, allerdings viel zu langsam und verzerrt. Dann klickte das Eingangstor hinter ihnen zu.

„Okay“, sagte Tom leise. „Jetzt gehen wir wieder.“

Ben rüttelte am Tor. Es bewegte sich keinen Millimeter. Aus dem Lautsprecher krächzte eine Stimme:

„Die Nacht beginnt. Bitte genießen Sie alle Attraktionen.“

Vor ihnen sprang eine Anzeigetafel an. Darauf erschien:

**ERSTE ATTRAKTION: DAS SPIEGELKABINETT.**

Die Türen öffneten sich von selbst. „Wir bleiben zusammen“, sagte Mia. Im Spiegelkabinett war es eiskalt. Die Wände bestanden aus hohen Spiegeln, die sie tausendfach vervielfachten. Doch irgendetwas stimmte nicht. In einem Spiegel fehlte Leni. Im nächsten spiegelte sich Tom mit geschlossenen Augen.

„Seht nicht hin!“, rief Mia.

Zu spät. Ein leises Kichern hallte durch den Raum. Dann tauchte hinter ihnen eine Gestalt auf: ein Mann mit einer weißen Clownsmaske. Sein Mund war zu einem breiten Lächeln verzogen, aber die Augenlöcher waren vollkommen schwarz. Die Freunde rannten los. Überall stießen sie gegen Spiegel. Schließlich fanden sie den Ausgang und stolperten ins Freie.

Leni weinte. „Was war das?“

Ben zeigte auf seine Hand. Dort hielt er etwas, das vorher nicht da gewesen war: eine kleine rote Maske. Auf der Rückseite stand:

**EINER VON EUCH DARF BLEIBEN.**

„Wir müssen zum Ausgang“, sagte Mia. Die Lautsprecher lachten.

**ZWEITE ATTRAKTION: DIE NACHTFAHRT.**

Die Wagen der Achterbahn rollten langsam aus der Station. Ihre Sitze waren mit schwarzem Samt bezogen. In jedem Wagen lag eine Maske. „Auf keinen Fall“, sagte Tom. Hinter ihnen wurde der Weg plötzlich von einer hohen Metallwand versperrt. Vor ihnen gab es nur die Achterbahn. Mia setzte sich in den ersten Wagen. „Wenn wir nicht mitfahren, kommen wir hier nie raus.“ Die anderen folgten. Sobald der Sicherheitsbügel einrastete, schoss der Wagen los. Zuerst ging es durch einen Tunnel. An den Wänden standen Figuren, die wie Parkbesucher aussahen. Manche winkten. Manche schlugen gegen die Scheiben. Eine Frau schrie Mias Namen. Dann sah Mia ihren Bruder. Er war vor zwei Jahren gestorben.

„Mia!“, rief er. „Steig aus!“

Sie wollte aufspringen, doch der Bügel hielt sie fest. Der Wagen raste weiter. Die Gestalten wurden immer deutlicher. Sie trugen Masken, aber hinter einigen erkannte Mia verschwommene Gesichter. Menschen, die im Park verschwunden waren. Als der Wagen über die höchste Stelle fuhr, blickte Mia nach unten. Im Zentrum des Parks stand ein riesiger Jahrmarktsturm. Darunter warteten vier maskierte Gestalten.

Eine davon hielt die rote Maske in der Hand. Der Wagen stürzte in die Tiefe. Mia schrie, bis sie keine Luft mehr bekam. Doch kurz vor dem Boden blieb die Bahn stehen. Die Sicherheitsbügel sprangen auf.

„Lauft!“, brüllte Tom.

Sie sprangen aus dem Wagen und rannten durch das Gelände. Hinter ihnen ertönte das Quietschen von Metall. Der Clown war aus dem Wagen gestiegen. Seine Schritte waren langsam. Trotzdem kam er näher. Leni stolperte. Mia zog sie hoch. Ben rannte zu einem alten Gebäude, über dessen Tür 

**DIREKTION**

stand. Sie stürmten hinein und verriegelten die Tür. An den Wänden hingen vergilbte Fotos. Auf jedem Bild waren die Angestellten des Parks zu sehen. Ganz vorne stand der Direktor: ein Mann mit derselben weißen Maske. Unter dem letzten Foto stand:

**DER PARK MUSS IMMER VIER BESUCHER HABEN.**

Tom fand ein altes Kontrollpult. Darauf lag ein Schlüssel mit einem Schild:

**NOTAUSGANG – NUR BEI VOLLSTÄNDIGER BESUCHERZAHL.**

„Vier Besucher“, flüsterte Mia. „Darum hat er uns hergelockt.“ In diesem Moment klopfte es an der Tür.

Einmal. Zweimal. Dann begann jemand, langsam zu kratzen. Ben blickte auf die rote Maske. „Wenn einer von uns bleibt, gehen die anderen vielleicht frei.“ „Nein“, sagte Mia sofort. Die Tür sprang auf. Der Clown stand im Rahmen. Seine Maske war nun gesprungen. Dahinter war kein Gesicht, sondern tiefe, schwarze Dunkelheit.

„Einer“, flüsterte er. „Muss bleiben.“

Mia entdeckte hinter dem Kontrollpult einen großen roten Schalter. Darauf stand:

**PARKBETRIEB BEENDEN.**

Sie sprang vor und drückte ihn. Der gesamte Freizeitpark erwachte. Das Riesenrad begann sich zu drehen. Die Lautsprecher kreischten. Die Achterbahn raste ohne Wagen durch die Schienen. Der Boden bebte. Der Clown schrie. Seine Maske zerbrach, und aus der Dunkelheit dahinter schossen lange Schattenarme. Sie packten ihn und zogen ihn rückwärts in den Flur. „Jetzt!“, rief Mia.

Die vier rannten zum Notausgang. Der Schlüssel passte. Das Tor öffnete sich, und sie stürzten hinaus. Hinter ihnen erloschen alle Lichter. Am nächsten Morgen stand der Park wieder still. Kein Tor war geöffnet, keine Musik erklang. Die Polizei fand keine Spuren ihrer nächtlichen Fahrt. Nur vier rote Masken lagen vor dem Eingang. Mia, Ben, Leni und Tom sagten niemandem, was passiert war.

Doch einige Wochen später erhielt jeder von ihnen einen Brief. Darin lag eine neue goldene Eintrittskarte.

**NACHT DER LACHENDEN MASKEN**

**Nur heute. Eintritt für drei.**

Mia ließ die Karte fallen. Denn unter den drei Namen stand einer, den sie nicht kannte. Und aus ihrem Kleiderschrank ertönte leises, fröhliches Kichern.

(Teile dieses Textes sind KI generiert)

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